Mit Pferden und Stöcken fineart
print (120cmx66cm)
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Abbildungen in Tageszeitungen sind flüchtig, fügen sich in ihrer Zusammenschau manchmal zu größeren Zusammenhängen. Häufiger aber entschwinden sie dem Gedächtnis unmittelbar nach deren Betrachtung. Ereignen sich Katastrophen oder Tragödien ist der allgemeine Hunger nach Bildern groß. Durch Einzoomen wird der Versuch unternommen mehr zu sehen, mehr davon zu erfahren, was sich ereignet hat. Um das Bild werden Geschichten konstruiert, die den gewonnenen Eindruck komplettieren, ergänzen. Als Momentaufnahme repräsentieren Zeitungsaufnahmen Geschichte für die Zeitdauer eines Bruchteils einer Sekunde, während die Folgen des tatsächlichen Ereignisses jahrelange Nachwirkungen nachsichziehen können. Wird ein Foto zum dokumentarischen Stellvertreter eines Ereignisses, treten die eigentlichen Vorgänge hinter das Abbild zurück, werden gewissermaßen ausgelöscht. Nächste Aufnahme. Ein Foto aus einer Tageszeitung einzuscannen ist gleichbedeutend mit einem Zurückholen der Geschichte, dem Ereignis die gebührende oder hineininterpretierte Bedeutung wiederzugeben oder dessen Vergessen hinauszuzögern. Die Rückseite eines Computerausdrucks wird abermals eingescannt: Es wird angenommen, dass Rückseiten als leeres Gegenüber vollständig definiert sind und doch sind in Abhängigkeit des verwendeten Mediums Spuren des Drucks sichtbar. Das Blatt saugt die informationshaltige Farbe auf und gibt auf der Rückseite den verblassten Widerschein der Information frei. Sie ist noch da, kurz vor der Auflösung, kurz vor dem Verschwinden. Oft spricht man von einer blassen Ahnung, die man von einem Vorgang hat oder einer verblassenden Erinnerung an etwas Vorgefallenes. Die Flüchtigkeit, die solche Bilder haben, wird durch deren Konservierung zwar konterkariert, der eigentliche Charakter erscheint uns aber präsenter denn je. Die gewählten Sujets verstärken den Eindruck des Entschwindens, des Auslöschens indem Brände, Wolken, Rauch etc. ihrerseits die Szenerie in einen Schleier der Ahnung tauchen und dadurch zur verschwommenen Luzidität eines flüchtigen Moments in der täglichen Flut printmedialer Berichterstattung werden. |