Searching for Paradise  LiveVideo/Sound-Performance                                                                
Beitrag zu web.cam.ping   

Projektionsfläche: 2 weisse Stühle, 1 weisser Tisch, die vor schwarzem Hintergrund aufgehängt und ineinander verkeilt sind.
Handlung: Ich blättere im Dunkeln mit Hilfe einer Taschenlampe durch Monographien verschiedener Künstlerpaare oder Künstler, die für eine bestimmte Zeit zusammen gearbeitet haben oder arbeiten (Gilbert&George, Mike Kelley u. Paul McCarthy, Fischli&Weiss....).
Ich spreche dazu die Titel der einzelnen Arbeiten.
Das Geschehen wird von einer Kamera aufgenommen und mittels Beamer auf die Möbel projiziert. Das wird wiederum von einer Webcam gefilmt und live ins WWW übertragen.
Für die Betrachter sind vorerst nur die Möbel zu erkennen, die sich sehr schwach vom Hintergrund abheben. Bespielt oder benutzt werden diese Möbel fragmentarisch durch das Abtasten der einzelnen Bilder/Kunstwerke. Der Lichtkegel der Taschenlampe legt Bildbereiche frei, die sich durch das Blättern ständig erneuern.

Der Blick des „Akteurs“ wird für den Rezipienten sichtbar gemacht. Gleich einem abtastenden Blick werden durch das Bewegen der Lampe immer neue Details freigelegt, die sich `am Ende´ sowohl für mich als auch für die Betrachter hunderte Kilometer entfernt zu etwas Neuem summieren. Die Betrachter sind Teil einer Entdeckungsreise, begonnen um auf mögliche Fragen durch intensives `Erörtern´ mögliche Antworten zu finden.
Die Assoziation einer Benutzung beim Betrachten von Tisch und Stuhl ist implizit vorhanden.
Immer wieder waren Möbel Träger für meine Projektionen. Die Projektionen waren/sind jedoch in sich geschlossen und verweisen auf etwas Vergangenes. Bei web.cam.ping suchte ich einerseits nach einer Möglichkeit, die (annähernde) Gleichzeitigkeit zu thematisieren, und andererseits den dynamischen Aspekt stärker zu betonen.

Ebenfalls versuchte ich den Prozess einer Assoziation meinerseits erst gar nicht entstehen zu lassen, indem sich die Handlung vor einer Assoziation oder vor einer Konzeptreflexion (also bspw. das Blättern in Büchern) meinen bisher verwendeten Objekten überlagert.

Die Entscheidung Künstlerpaare zu verwenden ist dem einfachen Gedanken entsprungen, auf zwei Stühlen auch Zwei Platz nehmen zu lassen. Stellvertretend für die Künstler ließ ich ihre Werke mein Mobiliar benutzen. Eine `vorläufige Niederlassung´ einiger meiner Lieblinge. Ein guter Grund war auch mein Interesse am zweisamen Arbeiten; ich hätte sicher ein paar Fragen dazu.