inwändig    Rauminstallation (versch. Materialien)       

tat ort zeigen eine speziell fürs iCP entwickelte Rauminstallation, die alle Geschoße des Ausstellungshauses umfasst. Das Objekt kann als Fassade verstanden werden, die im Atrium die volle Gebäudehöhe einnimmt und auf jedem Geschoß gewissermaßen auf Straßenniveau begangen werden kann. Durch die Art der baulichen Ausführung mit sichtbarer Konstruktion und glatter „Schauseite“ entsteht ein spielerischer Moment räumlicher Zuordnungen, die sich in drei Schichten manifestieren:
Innen (Atrium)
INWÄNDIG (Fassade)
Aussen (Korridor)
Der Weg entlang dieser Fassade ist zentrales Motiv der Inszenierung; die gesamte Konstruktion wird zur Bühne. Die in den materialisierten Körper der Fassade eingeschriebenen Stauräume sind die Kristallisationspunkte der medialen Bespielung. Sie erzeugen Innen- und Zwischenräume, deren enigmatische Unschärfe zur Entmaterialisierung des räumlichen Wahrnehmungs- und Orientierungsvorgangs beiträgt. Einfache sensorische Apparaturen registrieren Besucherbewegung durch die Fassade (Betreten und Verlassen des fiktiven Hauses), um entsprechende Modulationen im Sound- und Lichtspektrum zu verursachen. Diese Augenblicke sensueller Intensität reflektieren die Zwangsläufigkeit des intimen Verhältnisses zwischen fiktiven Hausbewohnern und „Passanten“. Diese „unheilvolle Komplizenschaft“ findet in der düsteren Atmoshpäre des Korridors einen sinnfälligen Ausdruck.
Als formales Prinzip dient nicht die Repetition der Moderne sondern der diskrete Schritt zirkulären Arbeitens. Sammeln, dokumentarisches Fixieren und Assemblieren als Methodik der recodierten Akkumulation im Sinne einer Befreiung des Gegenstands aus seinem semantischen Kontext liefern das szenografische Rohmaterial der antizipierten Inszenierung.

Alexandra Berlinger/Andreas Berlinger/Wolfgang Fiel

Steuerung und Programmierung: Martin Moser