inbetween
 Videoinstallation (3 Videoprojektoren, 12 Stühle, DVD, Verstärker, Boxen)


Das Dazwischen als physische und mentale Erfahrung des Unverfügbaren ist Ausgangspunkt für die Interpretation der vielschichtigen Dialektik zwischen Objekt und Subjekt.
Die physische Präsenz der „Sesselobjekte“ dient dabei als statischer Träger einer durch den Vorgang der Projektion erzeugten Information mittels bewegter Bilder. Der für den Betrachter wahrnehmbare Bildausschnitt wird dabei durch die Silhouette des Objekts determiniert, während die Bildinhalte hinsichtlich dessen Funktion an den Bildträger gekoppelt sind. Die auf der Ebene der Benutzbarkeit des Sessels vorhandene funktionale Qualität - eine über die reine Objekthaftigkeit hinausgehende Existenz als Gebrauchsgegenstand - wird durch die Darstellung als entmaterialisierte weil projizierte zweidimensionale Bildinformation in Form eines bewegten Handlungsablaufes zum dialektischen Gegenpol des Handlungsträgers. Im Rahmen der Gesamtszenerie von autonomem Objekt, projiziertem Handlungsablauf und Rezipient wird jeder einzelne zum gleichberechtigten Partner kommunizierender Gefäße und generiert beim Betrachter - bar jeder funktionalen Zuordnung - völlig neue Assoziationen. Die inhaltliche Rekonstruktion des Handlungsablaufes tritt zu gunsten einer meditativ reflexiven Subjekt-Objekt-Beziehung in den Hintergrund. Das heißt, dass die „Sesselobjekte“ erst jenseits ihres Objektstatus zu Dingen werden, stehen damit aber der sinnlichen Wahrnehmung nicht unmittelbar zur Verfügung. In dieser Erfahrung des Unverfügbaren kehrt uns das Ding sein Fremdes, sein Anderes zu.
Hierbei tritt die Überlagerung von Präsenz und Absenz an die Stelle älterer Kategorien wie physischer und mentaler Raum.
Ob die Wahrnehmung damit zur „Entsemantisierung“ oder einer Verschiebung der objektbezogenen Bedeutungsebenen führt, ist Ergebnis des subjektiven Eindrucks den die „Versuchsanordnung“ beim Betrachter hinterlässt.

Wolfgang Fiel